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"Ärzte für die Dritte Welt"
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Tuberkuloseprojekt: 54517
Ausbildungsprojekt: 54521

Lebensbedingungen in Kalkutta

Sehenswürdigkeit in KalkuttaMythos Indien mit all seiner Schönheit und Fremdheit. Überall Menschen, überall Musik, überall Farben und dazu dieses unbekannte, warme Licht. Neben repräsentativer altenglischer Pracht bevölkert ein Heer von Straßenhändlern die Innenstadt Kalkuttas. Rikshafahrer drängen zum Mitfahren. Lärmendes, pulsierendes Leben in subtropischer Schwüle. In Teestuben kann man ein bisschen Abstand und Ruhe gewinnen. Kalkutta wird immer mehr zu einer modern anmutenden Stadt. Die neue indische Mittelschicht, die vom Wirtschaftsaufschwung profitiert, schafft sich Wohnraum in neuen, schönen Wohnbezirken, kauft ein in westlich anmutenden Kaufhäusern. Schmutz und Unrat sind in vielen Bezirken von den Straßen fast gänzlich verschwunden. Kalkutta ist eine interessante, lebendige Stadt mit einer beeindruckenden Kulturszene.

Straße in KalkuttaKalkutta hat aber auch ein zweites Gesicht, das zeigt Menschen, die auf den schmalen Grünstreifen inmitten des hupenden, stinkenden, chaotischen Verkehrs ihren Schlafplatz gefunden haben, Familien, die unter Plastikplanen am Straßenrand wohnen. Von der 1 Milliarde Menschen in Indien leben 700 Millionen von weniger als 2 Dollar pro Tag. Davon existieren 315 Millionen Inder in totaler Armut und müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen. Zwar ist das Elend in den letzten Jahren diskreter geworden. Jedoch ist es nicht zurückgegangen, es wurde eher verdrängt. Verlagert in die Außenbezirke, in illegale Slums, die der Stadtbesucher nicht gleich wahrnimmt.

Hier leben Menschen zusammengedrängt in provisorischen Hütten oder unter Plastikplanen. Sie haben weder fließendes Wasser noch eine Toilette.

Jeden Tag können ihre Wohnungen von Bulldozern der Stadtverwaltung niedergewalzt werden, sie sind nicht willkommen in der großen Stadt. Sie kommen vom Land oder aus armen Nachbarstaaten in der Hoffnung, in der Metropole Arbeit und Auskommen für ihre Familien zu finden. Für die meisten enttäuschte Hoffnungen!

Am Aufschwung nehmen sie nicht teil, profitieren nicht vom Wirtschaftswachstum oder den verbesserten medizinischen Möglichkeiten.

Eindrücke aus dem Leben in einem Armenviertel

Medizinische Versorgung

Jeder Inder und jede Inderin hat ein verfassungsmäßig garantiertes Recht auf kostenfreie Gesundheitsfürsorge. Indische Ärzte sind gut ausgebildet und in ihren Fachgebieten hoch spezialisiert. Öffentliche Kliniken und ihre Angestellten werden vom Staat bezahlt.

In indischen Privatkliniken werden koronare Bypässe, Hüftgelenks-Implantationen, Herz- und neurochirurgische Operationen mit hohem Standart durchgeführt, diese Privatkliniken sind allerdings nur für die Oberschicht bezahlbar.

Warteschlage im ArztzimmerAuf einen Arzt kommen 2.439 Menschen, so profitieren natürlich hauptsächlich die oberen Gesellschaftsschichten.

Die Realität für die Menschen aus den Slums sieht hoffnungslos aus. Die Krankenhausbetten sind knapp, die staatlichen Krankenhäuser oft schlecht ausgestattet. Alle notwendigen Untersuchungen, Medikamente, Materialien und Hilfsmittel müssen vom Patienten selbst bezahlt werden. Menschen aber, die zum Überleben kaum genug haben, können sich diesen Luxus nicht leisten.

Die ambulante Versorgung bietet hier keinen Ausweg, denn sie liegt in den Händen niedergelassener Ärzte, für deren Dienste auch die Ärmsten der Armen bezahlen müssen.

So leben die Armen mit ihren Erkrankungen – mit Durchfällen, Würmern, Leberentzündungen, Blutarmut, Husten und sie stecken andere an. Unterernährung, Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen schwächen das Immunsystem und machen den Körper anfälliger für Erkrankungen. Mangel an sauberem Wasser und schlechte hygienische Bedingungen verstärken das Problem.

Trifft eine Erkrankung gar den Ernährer einer Großfamilie – zu einer indischen Familie gehören immer neben den eigenen Kindern auch die Großeltern und mindestens ein oder mehrere Brüder oder Schwestern mit Familie - so erfolgt ein weiterer sozialer Abstieg. Ein Teufelskreis aus dem es eigentlich kein Entrinnen mehr geben kann.

Stirbt der Mann, so gibt es für die Frau und ihre Kinder in der Großfamilie keinen Platz mehr. In seltenen Fällen mag die Frau eine Anstellung als Dienstmädchen bei einer wohlhabenden Familie finden, dies bedeutet Geld für die Ernährung der Kinder aber keine Möglichkeit mehr die Kinder selbst zu betreuen. Meist wird die Frau versuchen, Dinge, die sie irgendwo billig einkaufen kann, weiter zu verkaufen, aber dazu gehört ein Startkapital. Oft wird ihr nichts anderes übrig bleiben als vom Betteln auf der Straße zu leben oder den Weg in die Prostitution zu gehen.

Ambulanz im Armenviertel"Ärzte für die Dritte Welt" bieten in dieser Hoffnungslosigkeit humanitäre Hilfe an. In den Slums organisieren sie basismedizinsche Versorgung, in speziellen Ambulanzen und Kliniken werden Tuberkulosekranke diagnostiziert und behandelt.

Mit jedem erfolgreich behandelten Tuberkulosekranken verhindern wir zehn Neuerkrankungen! Lesen Sie mehr über unser Engagement gegen die Tuberkulose.

Sozial flankierende Maßnahmen sollen den Menschen helfen, aus eigener Kraft dem Elend zu entkommen.

Jedes indische Kind, dem eine Schulausbildung ermöglicht wird, jede junge Frau, die ein Handwerk lernen kann, wird – eingebunden in uralte Regeln und Normen - seine Familie aus dem Elend befreien! Lesen Sie mehr über unsere Unterstützung bei der Ausbildung von Kindern in Kalkutta.