Die Tuberkulose
Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Tröpfchen in der Atemluft von einem Menschen auf den anderen übertragen wird. Dabei ist die Lunge die Eintrittspforte.
Die Lungentuberkulose ist deshalb die häufigste Art der Tuberkulose, grundsätzlich kann aber jedes Organ des Körpers von der Tuberkulose befallen werden.
Anfällig sind besonders Menschen, die ein geschwächtes oder noch im Aufbau befindliches Immunsystem haben, wie Kinder.
Schlechte Lebensbedingungen – wie Mangel an sauberem Trinkwasser, Unterernährung und beengte dunkle feuchte Behausungen – tragen sehr zur Ausbreitung der Krankheit.


Gerade unter diesen Bedingungen leben die Ärmsten, die morgens noch nicht wissen, ob sie Arbeit finden werden um den abendlichen Reis für ihre Kinder zu bezahlen. In den dunklen Hütten in denen oft ganze Familien (10 Menschen oder mehr) auf wenigen Quadratmetern zusammengedrängt leben, finden die Tuberkulosebakterien ideale Ausbreitungsbedingungen vor. So steckt ein Kranker viele andere an.
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| Die Tuberkulose ist eine Krankheit der Armen. 95% der Tuberkulosekranken leben in Entwicklungsländern. |
Ärzte sind in dieser Umgebung rar und teuer, zum staatlichen Gesundheitssystem gibt es wenig Vertrauen – zumal es oft schwer zugänglich und schlecht organisiert ist. Unwissenheit, Angst vor sozialen Folgen, Stigmatisierung der Krankheit erschweren den Menschen zusätzlich noch den Zugang zu staatlichen Untersuchungs- und Behandlungsstellen. Sie warten oft viel zu lange ehe sie sich untersuchen lassen. Die Folge ist, dass sie bereits in einem katastrophalen Gesundheitszustand sind, ehe die Diagnose gestellt werden kann. Die Heilungschancen werden dadurch immer schlechter.
So sterben Millionen von Menschen und tausende von Kindern an einer Krankheit, die - wenn sie nur im ersten Anlauf konsequent behandelt würde - leicht und preiswert zu heilen wäre. Die Behandlung der Tuberkulose dauert 6 bis 9 Monate. Es müssen mehrere Medikamente gleichzeitig aber vor allem regelmäßig und ausreichend lange eingenommen werden. Dies geschieht unter Aufsicht von spezialisierten Schwestern in sog. DOTS Centern, wo die Tuberkulosemedikamente kostenlos zu Verfügung stehen.
Hier aber entstehen oft Probleme. Manche DOTS Center sind schlecht organisiert, die Patienten werden nur unzureichend aufgeklärt und betreut. Dabei ist "Patienten-Complience", also die "Einnahme-Treue" für eine erfolgreiche Behandlung der Tuberkulose essentiell! Erdrückende Armut und Unwissenheit lassen die Menschen die Behandlung oft frühzeitig abbrechen. Sobald es ihnen etwas besser geht und die ersten quälenden Symptome nachgelassen haben, gibt es im Kampf ums Überleben Wichtigeres als die regelmäßige Medikamenteneinnahme. Dies kann zu einer gefährlichen und gefürchteten Resistenz der Tuberkulosekeime führen.
Die Tuberkulose des Patienten ist dann noch nicht ausgeheilt, die Keime sprechen aber auf eine erneute Behandlung oft nicht mehr an. Es ist also entscheidend wichtig, die Tuberkulose im ersten Anlauf zu kurieren! Alle Kräfte müssen mobilisiert werden, um den Patienten durch die komplette Behandlung zu begleiten und zum Durchhalten zu motivieren. Therapieabbrüche müssen unbedingt verhindert werden.
"Ärzte für die Dritte Welt" hat in Kalkutta ein eigenes Tuberkuloseprojekt aufgebaut in dem Patienten aus den Slums in Kooperation mit dem nationalen Tuberkulosekontrollprogramm behandelt werden können. Mehr zum Projekt...

